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bist du

eigenen lebensraum selbst gestalten.

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konzept:

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Zukunftsplan Altona, Gentrifizierung, Leerstand: Einige Schlagwörter in der aktuellen Stadtentwicklungsdiskussion. Wie können Zukunftsvisionen, Bedürfnisse der AnwohnerInnen und besonders die nachwachsenden Generationen konstruktiv in die Entwicklung des Hamburger Stadtbildes mit einbezogen werden?
"Hamburg bist du" bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, unter professioneller Begleitung aktiv einen konstruktiven Beitrag zur Stadt(teil)entwicklung zu leisten und in Form sozialer, gemeinnütziger Projekte ihren eigenen Lebensraum zu gestalten. Die Besonderheit von "Hamburg bist du" liegt dabei in seiner Funktion als Bindeglied zwischen (bildungs-)politischem, wirtschaftlichem Interesse und der gesellschaftlichen Verantwortung, Jugendliche und junge Erwachsene bei ihrer Zukunftsgestaltung zu unterstützen.

Jugendliche und junge Erwachsene brauchen einfach zugänglichen Raum, in dem sie sich gern aufhalten und frei entfalten können. Orte, an denen sie sich mit Gleichaltrigen treffen und gemeinsamen Interessen nachgehen können und entwicklungsförderliche und unterstützende Angebote vorfinden. In nahezu jedem Stadtteil Hamburgs gibt es leer stehende oder renovierungsbedürftige Gebäude und Flächen, die genau zu diesem Zwecke wieder in Stand gesetzt und der öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht werden können. Hierbei können sowohl Aufenthaltsorte für Jugendliche in Form von Jugendzentren, als auch Räume für die öffentliche Nutzung entstehen (s. hierzu Punkt 3). Die Instandsetzung kann unter professioneller Anleitung von den Jugendlichen selbst durchgeführt werden, wodurch sich aus lediglich einer Investition mehrere nachhaltige Effekte erzielen lassen: Zum einen sind bei "Hamburg bist du" Jugendliche und junge Erwachsene in einem professionell betreuten Arbeitsangebot eingebunden, darüber hinaus wird im Rahmen dessen zusätzlich eine positive Stadtteilentwicklung vorangetrieben. Für die Stadt Hamburg stellt das Projekt also eine gute Möglichkeit dar, seine Bürger aktiv in die Stadtgestaltung mit einzubeziehen und auf diese Weise bürgernahe Politik zu betreiben.

1. Konzeptbeschreibung

Das Konzept "Hamburg bist du" stellt eine besondere Kombination aus handwerklicher und psychologischer Arbeit dar. Der Schwerpunkt kann gemäß den individuellen Bedürfnissen der TeilnehmerInnen jederzeit modifiziert und ihren situativen Ansprüchen angepasst werden. Die Möglichkeiten der Umsetzung von "Hamburg bist du" sind sehr vielfältig: Es können sowohl einzelne, kurzzeitige Projekte, als auch langfristige Arbeitsangebote mit geregeltem Tagesablauf bei parallel laufender psychologischer Betreuung durchgeführt werden. Grundlegendes Ziel ist es, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hilfe bei der Perspektiven- und Persönlichkeitsentwicklung zu bieten und sie dahingehend zu unterstützen, eigene vorhandene Potentiale zu erkennen, diese weiter zu entwickeln und darüber hinaus neue auszubilden. Durch die Arbeit in einer festen Gruppe mit klaren Rahmenbedingungen erlernen sie Teamfähigkeit und weitere soziale Kompetenzen, die im heutigen Berufsleben unabdingbar sind.
Innerhalb der analogen handwerklichen Arbeit kann es den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gelingen, mögliche negative Stigmata abzulegen, sich selbst als produktiv und kreativ zu erleben und auf diesem Wege zu einem neuen, gesünderen Selbstbild zu gelangen. Als Schnittstelle aus praktischer Tätigkeit und reflektierender Betreuungsarbeit ermöglicht das Angebot, Selbsteffektivität bewusst zu erleben, was zu einem verbesserten Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein führt. Eine solche Vorgehensweise gewährleistet sehr nachhaltige Effekte, da sie den TeilnehmerInnen neue Handlungskompetenzen vermittelt, welche den Schlüssel zu einem selbst bestimmten Leben darstellen. (Handlungsorientierter Ansatz).

Über diese für die positive Entwicklung des Einzelnen sehr wichtigen Aspekte hinaus erzielt "Hamburg bist du" ein weiteres Resultat bei den TeilnehmerInnen: Die Identifikation mit ihrem Lebensraum und daraus folgend die Verantwortung für Stadt(entwicklung). Durch die eigenhändig durchgeführte Wiederinstandsetzung oder Neugestaltung entsteht für jeden der Teilnehmer ein direkter Bezug zu den jeweiligen Orten. Dingen, die durch eigenes Schaffen entstanden sind, kommt eine gesteigerte Bedeutung zu und sie werden als schützens- und erhaltenswert erachtet. So auch im Falle des eigenen Kiez. Zudem ergibt sich für den Arbeitsprozess eine besondere Motivation, da der eigene Lebensraum (mit)gestaltet wird. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden lernen, Ideen zu entwickeln und an konkrete Ziele zu verknüpfen und diese dann zu formulieren und dafür einzustehen.Die Orte, die durch "Hamburg bist du" neu geschaffen bzw. wieder in Stand gesetzt werden, sind vorrangig für die öffentliche Nutzung bestimmt. Das heißt auch, dass mögliche Mitglieds- oder Mietpreise lediglich zu Selbsterhaltungskosten erhoben und vertraglich an eine Mietpreisstabilität gekoppelt werden sollten.

2. Zielgruppe

"Hamburg bist du" bietet Arbeits- und Betreuungsmöglichkeiten für Jugendliche ab dem 16ten Lebensjahr und für junge Erwachsene bis 25. Als sozialpädagogisches Angebot dient es für die TeilnehmerInnen neben der beruflichen Orientierung und gesellschaftlichen Einbindung auch zur Etablierung eines geregelten Tagesablaufes. Angestrebt wird ein tragfähiges Netzwerk an Kooperationen mit dem Jugendamt, der ARGE, freien Trägern, Schulen und öffentlichen Einrichtungen. Durch die psychologische Betreuung besteht außerdem die Möglichkeit, das Konzept als Rehabilitationsangebot nach einer psychiatrischen oder (während) einer therapeutischen Behandlung zu nutzen. Somit richtet sich das Angebot vorrangig an junge Menschen, die sich (parallel) in einer Betreuungssituation befinden, sozialpädagogisch und/oder therapeutisch. Allerdings gilt dies nicht als Ausschlusskriterium: Grundsätzlich können alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren TeilnehmerInnen werden und es gilt, dass eine heterogene Gruppenzusammenstellung für den Einzelnen als positiv zu bewerten ist.
Da die Arbeitsanforderungen individuell abgestimmt und auch im Verlaufe eines oder mehrerer Arbeitsprojekte stets neu angepasst werden können, bedarf es seitens der TeilnehmerInnen außer Motivation und Interesse keinerlei Vorkenntnisse oder besonderer Fähigkeiten. "Hamburg bist du" kann ihnen neben einer grundsätzlichen Orientierung und der Ausbildung beruflicher Perspektiven ebenso als Erfahrung in dem Arbeitsfeld Tischler dienen. In diesem Sinne kann "Hamburg bist du" gerade in Kooperation mit Schulen (im Ganztagsbereich) als Kurs zur Erleichterung des Übergangs in das Berufsleben etabliert werden.
Die Dauer einer Teilnahme kann ebenfalls individuell bestimmt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus pädagogischer und psychologischer Sicht allerdings sehr, ein laufendes Projekt nicht abzubrechen (vgl. hierzu Punkt 1. Konzeptbeschreibung: Positive Effekte durch Erfolgs- und Effektivitätserleben etc.). Dahingegen stellt es kein Problem dar, neue TeilnehmerInnen in einen laufenden Arbeitsprozess zu integrieren. Ob das Angebot für ein oder mehrere Projekte genutzt wird, ist auf die jeweilige Lebenssituation der TeilnehmerInnen anzupassen. Einer Weitervermittlung und Verbesserung der Lebensumstände gilt in jedem Falle der Vorrang.

3. Mögliche Projekte

Renoviert oder neu gestaltet werden können sowohl Gebäude wie beispielsweise ehemalige Veranstaltungsorte, als auch Spiel- und Sportplätze oder Freiflächen, die nicht genutzt werden und/oder sanierungsbedürftig sind. Es sind zudem jegliche Arbeiten zur Stadtteilaufwertung im Rahmen des Konzeptes durchführbar, wie beispielsweise der Bau von öffentlichen Sitzmöglichkeiten, Beeterneuerungen und -verschönerungen oder anderweitigen Wertsteigerungen von Straßenzügen.
"Hamburg bist du" eignet sich weiter für die Realisierung von Workshops oder längerfristigen Projekten an Schulen, sodass die Schüler ihren täglichen Aufenthaltsort selbst gestalten und gleichzeitig einen Einblick in ein mögliches Berufsfeld erhalten können. Darüber hinaus kann es ebenso in psychologischen oder psychiatrischen Einrichtungen angewandt werden und durch seinen positivistischen Ansatz jugendlichen Patienten bei ihrer Genesung unterstützen. Hierbei müssen die jeweiligen Anforderungen jedoch ganz besonders und in ständiger Überprüfung den individuellen Belastungs- und Leistungsgrenzen der TeilnehmerInnen angepasst werden.

Neben Auftragsarbeiten als Beitrag zur Stadt- und Lebensraumentwicklung kann "Hamburg bist du":

>     eigene Möbel entwerfen, realisieren und vertreiben, vornehmlich aus Rest- und Altholz; (Labelgründung).
> eine Werkstatt zur ausschließlichen Auftragsannahme sozial schwacher Bevölkerungsschichten einrichten.
>     zu einem Ausbildungsbetrieb ausgebaut werden.
(Beispiele für realisierte Projekte unter www.hamburg-bist-du.de.)

4. Personelle Ressourcen

Neben der Projektleitung werden je nach Teilnehmeranzahl nach dem Schlüssel 1:8 Sozialpädagogen und/oder Tischler für Projektrealisierungen benötigt. Zudem bedarf es einer maschinellen, materiellen Ausstattung (Handwerkzeuge und Handmaschinen wie Hobel, Pfeilen, Stichsägen, Akkuschrauber etc. und Material, hauptsächlich Alt- und Restholz, gegebenenfalls Metall usw.) und einer Räumlichkeit (Kooperation oder eigene Werkstatt).Im Falle einer Kooperation mit der ARGE (u25 n.Q.) kann einer Vergütung der TeilnehmerInnen als ALG-II-Ergänzung erfolgen.


Konzept als PDF-Download.